Chemie-Industie: Evonik lehnt Übernahmeangebot von BASF ab
Der Essener Chemie-Konzern Evonik hat das Übernahmeangebot des großen Konkurrenten BASF vorerst abgelehnt. Der Vorstand habe das vor gut einer Woche eingereichte freiwillige öffentliche Übernahmeangebot "eingehend geprüft" und entschieden, nicht in Verhandlungen mit BASF einzutreten, erklärte Evonik am Freitag. Dennoch zeigte sich das Unternehmen zu Gesprächen mit dem Ludwigshafener Konzern bereit.
"Der Vorstand bleibt auf die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung von Evonik als eigenständiges Unternehmen fokussiert", führte Evonik aus. Zugleich sei das Management "zu einem rein informativen und vertraulichen Austausch" bereit. Ziel sei es, die Position von Evonik zu erläutern und BASF "die Gelegenheit zu geben, ihre Motive und die aus ihrer Sicht maßgeblichen Erwägungen darzulegen".
BASF hatte rund 24 Euro pro Aktie geboten und Evonik so mit gut elf Milliarden Euro bewertet. Bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen am Mittwoch stellte der Konzern den Übernahmeversuch als logischen Schritt zur Konsolidierung der europäischen Chemieindustrie dar und verwies auf die starke Konkurrenz aus China.
Während BASF viele Grundchemikalien für alle möglichen Sektoren herstellt, ist Evonik auf Spezialstoffe spezialisiert. Den Ludwigshafener bietet eine Übernahme eine deutliche Stärkung dieses Geschäftsbereichs, der in der Regel rentabler und weniger konjunkturabhängig ist als die Basischemie.
Konzernchef Markus Kamieth betonte am Mittwoch jedoch zugleich, dass BASF Evonik nicht um jeden Preis übernehmen wolle. "Wir werden keine Dummheiten begehen, nur um eine Übernahme zu tätigen", sagte er. "Wir werden eine mögliche Transaktion nur dann weiterverfolgen, wenn sie für unsere Aktionäre wertsteigernd ist."
A.Munoz--LGdM