UNO: Hungerkrise in Afghanistan trifft vor allem Frauen und Kinder
Die sich verschärfende Hungerkrise in Afghanistan trifft nach UN-Angaben Frauen und Kinder besonders hart. Wegen ausbleibender Hilfslieferungen würden im laufenden Jahr "fünf Millionen Frauen und Kinder an akuter, lebensbedrohlicher Mangelernährung leiden", sagte der für das von den Taliban beherrschte Land zuständige Direktor des Welternährungsprogramms (WFP), John Aylieff, der Nachrichtenagentur AFP. "Fast vier Millionen Kinder in diesem Land werden eine Behandlung gegen Mangelernährung benötigen."
In Afghanistan leben rund 40 Millionen Menschen. Die radikalislamischen Taliban haben 2021 die Macht an sich gerissen, seitdem gingen die internationalen Hilfsleistungen deutlich zurück. "Ich glaube, wir als internationale Gemeinschaft lassen die Menschen, die wir zu schützen versprochen haben, im Stich", sagte Aylieff. "Wenn wir mangelernährte Kinder nicht behandeln können, werden diese Kinder sterben."
Das Welternährungsprogramm stellt derzeit als UN-Organisation den Hauptteil der Nahrungsmittelhilfe für Afghanistan. Doch auch dessen Gelder gehen zurück, was zu "herzzerreißenden" Szenen führe, sagte Aylieff. "Frauen tragen ihr Kind vier oder fünf Stunden zur Klinik und wenn sie dort ankommen, wird ihnen gesagt, dass das WFP einfach kein Geld mehr hat, um ihr Kind zu behandeln". Zudem litten immer mehr schwangere und stillende Frauen unter Mangelernährung. "Diese Frauen opfern ihre eigene Gesundheit, um ihre Kinder zu nähren."
X.A. Mendez--LGdM