Chamenei äußert Verständnis für Demonstranten im Iran und warnt "Aufrührer"
Am siebten Tag der Proteste im Iran hat das geistliche Oberhaupt des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, die wirtschaftlichen Forderungen der Demonstranten als "berechtigt" bezeichnet und gleichzeitig "Aufrührer" gewarnt. "Der Präsident und hochrangige Verantwortliche arbeiten daran, das Problem zu lösen", sagte Chamenei am Samstag in einer Rede.
Es sei "vollkommen berechtigt", dass Ladenbesitzer wegen der schlechten Wirtschaftslage protestierten, sagte der oberste geistliche Führer. Während die Behörden mit den Demonstrierenden im Gespräch stünden, sei ein "Dialog mit Aufrührern sinnlos", warnte Chamenei. Diese müssten "in die Schranken verwiesen werden".
Im Iran gibt es seit Sonntag vergangener Woche Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage, die sich inzwischen zu Demonstrationen mit politischen Forderungen ausgeweitet haben. Zunächst demonstrierten vor allem Händler in Teheran, rasch schlossen sich auch Studierende in zahlreichen Städten der Protestbewegung an.
Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in mehreren Städten wurden offiziellen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen mindestens acht Menschen getötet, darunter Mitglieder der Sicherheitskräfte.
Die Nachrichtenagentur Mehr meldete am Samstag, dass ein Mitglied der paramilitärischen Bassidsch-Miliz bei einer Demonstration getötet worden sei. Der Mann sei bei einer "Versammlung bewaffneter Aufrührer" in der westiranischen Stadt Harsin "erstochen und erschossen" worden, berichtete Mehr unter Berufung auf die iranischen Revolutionsgarden. Die paramilitärische Bassidsch-Miliz ist eng mit den Revolutionsgarden verbunden.
Y.Dominguez--LGdM